Fluorid: Schutz oder Gefahr für den Zahnschmelz?
Eine im renommierten Journal „Caries Research“ veröffentlichte Studie konnte zeigen, dass Fluorid tatsächlich innerhalb von nur zwei Minuten Calcium aus dem Zahn zieht [3]. Neben Phosphat ist Calcium der wichtigste Bestandteil des Zahnschmelzes. Ohne ausreichend Calcium verliert der Zahnschmelz seine Stabilität – der Zahn wird dadurch geschwächt und anfälliger für Schädigungen wie Karies und Erosion. Besonders bei den in der Mundhöhle häufig vorkommenden sauren pH-Werten wird der Zahnschmelz zusätzlich angelöst, was die Freisetzung von Calciumionen begünstigt und die Bildung von Calciumfluorid weiter verstärkt. Dadurch wird der Effekt des „Calcium-Rausziehens“ noch deutlicher.
Literatur
[1] U. Schiffner, Verwendung von Fluoriden zur Kariesprävention, Bundesgesundheitsbl. 64 (2021) 830–837.
[2] Lussi, A., Hellwig, E., Klimek, J., Fluoride – Wirkungsmechanismen und Empfehlungen für deren Gebrauch, Dentalhygiene Journal 2 (2014).
[3] M.J. Larsen, A. Richards, The influence of saliva on the formation of calcium fluoride-like material on human dental enamel, Caries Research 35 (2001) 57–60.